Portfolio

Brian Bielmann

Von Beruf bester Surffotograf der Welt !
Text
Laurent Grabet
Copyright
Brian Bielmann
Erscheinungstermin
17.10.2015

Der amerikanische Fotograf ist eine Legende der Surfszene. Seit vier Jahrzehnten schon porträtiert Brian Bielmann (57) mit ungebrochener Leidenschaft den Sport, die Athleten und die damit verbundenen Landschaften. 30° zeigt Ihnen eine Auswahl seiner besten Fotos.

„Mein Ziel besteht seit jeher darin, die Leute an unbekannte Orte zu entführen und ihnen Dinge zu zeigen, die sie noch nie zuvor gesehenen haben. Wenn ich morgen sterben müsste, wäre ich dankbar über das, was ich erreicht habe, denn ich habe mir ein wunderbares Leben aufgebaut.“ Brian Bielmann wird nachgesagt, er sei der beste Surffotograf der Welt. Das kann man durchaus so stehen lassen. In den letzten 37 Jahren haben die Fotos des 1957 in New York geborenen Amerikaners die Titelblätter von 175 Zeitschriften geschmückt und wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem prestigeträchtigen Whistler Pro Showdown. In die Wiege gelegt wurde ihm das fotografische Talent nicht. „Mein Vater reparierte Fernseher und meine Mutter war Kleiderverkäuferin. Das Surfen habe ich entdeckt, als wir nach Virginia zogen. Damals war ich 13“, erzählt der heute 57-Jährige.

Ohne Rückflugticket nach Hawaii
Vier Jahre später verabschiedete sich der frischgebackene Schulabgänger nach Hawaii, wo er den Winter mit Surfen verbringen wollte. „Nach drei Tagen wusste ich, dass ich hier nicht mehr weggehen würde“, erinnert er sich und grinst: „Ich wohne noch immer am North Shore.“ Der junge Mann hauste in einem Zimmer für 15 Dollar pro Monat und hielt sich mit kleinen Jobs über Wasser, wenn er nicht gerade surfte. „Ich war unbekümmert und führte ein sorgloses Leben. Mit 21 Jahren wurde mir dann aber bewusst, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Also beschloss ich, Fotograf zu werden, um mein Hobby auch weiterhin betreiben zu können.“ Aber Sobald Brian im Wasser war, vergass er seine von einer wasserdichten Plexiglasbox geschützte Canon. Er surfte, kam aber fotografisch nicht weiter. Eines Tages zwang ihn ein Unfall, sich ernsthaft mit dem Fotografieren zu beschäftigen. „Eine Welle schleuderte mich kopfvoran auf ein Riff. Ich verletzte mich am Kopf und die Wunde entzündete sich. Ich wäre beinahe gestorben“, erzählt er. Einen Monat lang durfte er nicht ins Wasser. Er nutzte die Zeit, um sich die Grundlagen des Fotografierens anzueignen. „Wenig später verkaufte ich mein erstes Bild für 25 Dollar an ein Surfmagazin.“ Viele Jahre lebte er mehr schlecht als recht von seinen nicht sehr lukrativen Bildern und Gelegenheitsjobs. 1981 beschloss er, einen Teil des Jahres in Los Angeles zu verbringen. Dort lernte er seinen Beruf bei Mode- und Filmfotografen von Grund auf, was sich auch auf seine Surfbilder auswirkte. „Ich verkaufte immer mehr Aufnahmen. Es war ein goldenes Zeitalter. Damals gab es rund 150 Surffotografen, heute sind es geschätzte 10’000. Ausserdem war Reisen extrem billig und die unglaublichsten Spots in Bali, Tahiti, Indonesien und Fidschi waren zuvor noch nie fotografiert worden. Wir haben sie bekannt gemacht.“

Der Ozean als Quelle der Spiritualität
Mit dem Aufkommen des Jetskis wurden die Big Waves, die er in sein Skizzenbuch zeichnete, plötzlich surfbar. Aus dieser Zeit stammen einige von Brian Bielmanns besten Fotos. Damals entstanden auch Freundschaften, die sich im Lauf der Jahre festigten. „Anfangs waren die Surfer, die ich fotografierte, meine Helden. Viele sind aber völlig unkompliziert. Mit ihnen verbrachte ich viel Zeit und begleitete sie auf Reportagen.“ Der verstorbene Andy Irons war einer von ihnen, aber auch der unverwüstliche Kelly Slater.
Heute konzentriert sich Brian Bielmann auf kleine Surftrips und führt Bestellungen aus, manchmal mit seiner 15-jährigen Tochter als Model. Und natürlich surft er noch immer. „Immer mehr sogar, häufig zusammen mit meinen Söhnen. Das hält mich im Hier und Jetzt und gibt mir Kraft.“ Denn auf den Ozeanen dieser Welt hat Brian Bielmann auch an Spiritualität gewonnen: „Wenn man die Natur in ihrer ganzen Kraft und Schönheit gesehen hat, spürt man ständig die Anwesenheit Gottes.“

www.brianbielmann.com