Hohe Tatra

wo die Stille spricht

Text
Flo Scheimpflug
Copyright
Timeline Production
Erscheinungstermin
HERBST 2022
Hohe Tatra

Vor fast zehn Jahren durchstiegen die Slowaken Michal Sabovčík und Adam Kadlečík alle 134 Gipfel der Hohen Tatra. Sie liegt zwischen der Slowakei und Polen und ist mit einer Länge von knapp 72 und einer Breite von maximal 15 Kilometern nicht unbedingt ein Riese unter den Gebirgen. Auch die mit 2655 Metern höchste Erhebung, die Gerlsdorfer Spitze (Gerlachovský štít), hat es schwer, höhensüchtige Gipfelstürmer zu beeindrucken. Doch der Schein trügt. Im «kleinsten Hochgebirge der Welt» bekommt man deftige Kost vorgesetzt.

Die Hohe Tatra bildet den höchsten Teil der Karpaten. In den dichten Wäldern tummeln sich Rothirsche, Füchse, Wildschweine und seltene Braunbären zwischen Karpatenbirken, Rotbuchen und Weisstannen. Auch der ein oder andere Wolf soll in dieser Gegend seine Runden drehen. Wenn der Schnee in der Fels- und Geröllzone geschmolzen ist, werden die von Steinadlern umkreisten Grate und Gipfel zu begehrten Zielen für Kletterer und Wanderer.

In der Hohen Tatra wird Tradition grossgeschrieben. Manpower wurde noch nicht durch Maschinenkraft ersetzt. Muskelbepackte Kerle mit Oberschenkeln dick wie Baumstämme und Brustkörben kräftig wie Panzer versorgen die Hütten das ganze Jahr über mit Lebensmitteln, Brennmaterial, Wasser und frischer Wäsche. Die «letzten Sherpas Europas» schleppen die 80 bis 100 Kilo schweren Lasten stundenlang bergauf.

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Hohe Tatra
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