Wie ein Fisch

im Wasser

Text
David Chokron
Erscheinungstermin
Winter 2021-2022
Wie ein Fisch

In der modernen Taucheruhr stecken nahezu hundert Jahre Fortschritt, Abenteuer und Drang nach Extremen. Heute lebt diese glorreiche Vergangenheit in Retro-Modellen und Jubiläumsversionen mit zeitgenössischen Funktionen stilvoll wieder auf.

Wir Menschen sind definitiv nicht dafür gemacht, im Wasser zu leben. Wer mehr als ein paar Meter abtauchen will, muss eisern trainieren oder lernen, die komplexe Tauchausrüstung richtig zu bedienen. Tauchen ist eine Frage der Technik und der Strömungsphysik, aber auch die Verwirklichung eines alten Menschheitstraums, seiner gewohnten Umgebung zu entkommen. Den ersten Taucheranzug mit Kappe entwarf um 1500 der für seine bahnbrechenden Ideen bekannte Leonardo da Vinci. Den Rest erledigte, mithilfe der schon bald unentbehrlichen Uhrmacherei, der technologische Fortschritt. Da Autonomie, Dekompression, Orientierung und die verstrichene Zeit unter Wasser lebenswichtig sind, trugen kurz darauf alle Taucherinnen und Taucher eine Uhr am Handgelenk.

Prämissen
Bei der Entwicklung der Taucheruhr ging es in erster Linie darum, sie wasserdicht zu machen. Der erste Meilenstein gelang Rolex im Jahr 1926. Die Genfer Marke, die bereits damals ein Flair für prägnante Formulierungen hatte, nannte ihr erstes wasserdichtes Gehäuse Oyster und vermittelte damit eine klare Botschaft: Die Uhr ist hermetisch abgedichtet, wie eine Auster eben. Es folgten weitere, immer leistungsfähigere Modelle, die es zum grossen Teil noch immer gibt. Sie hielten immer höherem Druck stand. In den 1950er-Jahren wurde die 100-Meter-Marke überschritten. Für Uhren mit Krone galt diese Tiefe ab sofort als Mindestvoraussetzung. Ein Jahrzehnt später erlebte die Unterwasserforschung ihre Blütezeit. Wissenshungrig machte sich der Mensch auf, die Meere und ihren Grund zu erkunden. Unterstützt wurde er dabei vom U-Boot, der grossen militärischen Erfindung des 20. Jahrhunderts...

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