Alpine Aromen

mit dem grünen Etwas

Text
Yannick Nardin
Copyright
Tagada Prod, Sedrik Nemeth, Pierre Crepaud
Erscheinungstermin
12.11.2020
Alpine Aromen
Alpine Aromen

Pierre Crepaud schwingt den Eispickel ebenso geschickt wie den Kochlöffel. Elf Jahre hat er im Sternerestaurant LeMontBlanc in Crans-Montana für geschmackliche Höhenflüge gesorgt. Jetzt ist für ihn die Zeit gekommen, sich gemeinsam mit seiner Lebensge-fährtin zu neuen kulinarischen Gipfeln aufzumachen. Weit oben stehen dabei nach wie vor heimische Produkte, allen voran Blüten und Pflanzen.

Nach Sternen greifen, den Gaumen anspruchsvoller Gastronomen mit immer neuen Kreationen überraschen, das innere Feuer im Lauf der Gerichte und Jahreszeiten am Leben erhalten: Spitzengastronomie ist ebenso hart und kräftezehrend wie eine Bergtour. Jahrelang hat sich Pierre Crepaud dem schwindelerregenden Rhythmus gebeugt. Die nötige Energie holte er sich dabei bei seinen fast täglichen Läufen oder Skitouren in den Bergen. Er braucht diese Eskapaden in die Natur, um tief durchzuatmen und neue Kraft zu tanken. Dabei lässt er sich auch gern zu neuen Rezeptideen inspirieren. Bereits ein paar Blätter wilder Spinat können seine Fantasie anregen. Pierre Crepaud stand schon als 14-Jähriger in der Küche. Nach einer Lehre im französischen Vercors wechselte er 2009 ins Gourmet-Restaurant des LeCrans Hotel & Spa in Crans Montana, das unter ihm zum Feinschmeckertempel avancierte.

«Ich gehöre zur Generation, die Marc Veyrat geradezu anhimmelte, denn keiner versteht es besser, mit Bergpflanzen und -kräutern zu kochen. Schon als kleiner Junge, wenn ich mit meinen Eltern Pilze sammelte, faszinierten mich die Schätze der Natur. Ich wollte meinen Teil zu diesem Trend beitragen», sagt «The Green Chef». Nach elf Jahren in Crans ist er ganz oben angekommen. Heute hat LeMontBlanc 17 Gault&Millau-Punkte und einen Michelin-Stern.

«Eat green, feel green, live green»
Als die Restaurants Mitte März 2020 wegen Covid-19 schliessen mussten, nutzte Pierre Crepaud die Zeit, um Bilanz zu ziehen. «Ich habe über mein Leben, meinen Beruf, die Spitzengastronomie und alles, was damit zusammenhängt, nachgedacht, auch über ihre Auswirkungen auf die Umwelt und auf meine Freiheit».  Während der Herd kalt blieb, grübelte der Spitzenkoch. Die Natur liess sich nicht stoppen, unbeirrt setzte sie ihren Lauf fort und trieb im Frühling neu aus. Einmal mehr lieferte sie ihm die Antwort: Grün wie seine Lieblingsfarbe und seine Lebensweise, das war die Lösung.

Fortan sollten Zutaten und Produzenten aus der Region im Zentrum stehen. Und er wollte mehr Zeit mit seinen Lieben verbringen, es etwas langsamer angehen lassen. Für Pierre Crepaud, der Hochbetrieb gewohnt ist und auch sonst nur so von Ideen sprüht, eine ungewohnte Situation. Seine überbordende Energie steckt er mit viel Tatendrang in neue Gourmet-Abenteuer, die er zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Kommunikationsspezialistin Delphine Bedjuasse, umsetzt.


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