9600 kilometer

durch die Alpen

Text
Laurent Grabet
Copyright
Nicolas Richoz
Erscheinungstermin
HERBST 2021
9600 kilometer
9600 kilometer

Der Velofahrer und Fotograf Nicolas Richoz ist vier Monate durch die Alpen geradelt, um die schönsten Berglandschaften vor die Linse zu bekommen. Mit zehn Kilo Material auf dem Gepäckträger legte er durchschnittlich 80 Kilometer und 2000 Höhenmeter pro Tag zurück. Ein grossartiges Abenteuer, über das jetzt ein Bildband erscheint.

Welcher Velofahrer hat nicht schon davon geträumt, die Alpen zu durchqueren? Manche nehmen beherzt die französische Route des Grandes Alpes von Thonon nach Nizza unter die Räder. Nicht so Nicolas Richoz. Er wollte neue Wege gehen und stellte seine eigene Route zusammen. Die verbindet 250 sehenswerte Orte, hauptsächlich Gebirgspässe und Staudämme, in allen sieben Ländern des Alpenbogens. 125 Tage war der studierte Bauingenieur im Sattel unterwegs und hat dabei 9600 Kilometer und 210 000
Höhenmeter zurückgelegt.

Einsamer Streiter

Nicolas Richoz hatte dabei nicht nur die sportliche Leistung im Visier. Er wollte sein Abenteuer nutzen, um die Alpenlandschaften in einem Bildband festzuhalten. Erstaunlich, aber wahr: Er trainierte nicht speziell für die Tour. «Im Gegenteil», sagt der Waadtländer, der auch Mitglied des TriTeams von Pully ist. «Ich habe mein Trainingsvolumen in den Monaten vor dem Start reduziert, um unterwegs nicht auszubrennen.» Der Athlet weiss, wie er seine Kräfte einteilen muss, schliesslich konnte er als Amateur schon viele Erfolge feiern. Sechsmal stand er bereits auf dem Podest eines Half-Ironman.

Fokussiert legte er auf seinem Specialized Tarmac SL6 an sechs von sieben Tagen rund 80 Kilometer und 2000 Höhenmeter zurück. Durchschnittsgeschwindigkeit: 18 km/h! Am siebten Tag gönnte er seinem Körper eine Ruhepause, war aber mental hochkonzentriert. Er nutzte den freien Tag, um seine weitere Route und die Unterkünfte für die folgende Woche zu organisieren. Die Vorbereitung für die Aufnahmen nahm ebenfalls Zeit in Anspruch. Jeden Abend plante der Fotograf minutiös seine Shootings. Er stand um 5 Uhr auf und teilte seine Zeit genau ein: Auf jede Stunde im Sattel kam eine Stunde fürs Fotografieren. Mittags ass er auf die Schnelle ein paar Müesliriegel oder ein Sandwich. Manchmal war es dunkel, wenn er im Hotel ankam...

Um weiterzulesen, bitte abonnieren Sie !


9600 kilometer
9600 kilometer